25. August 2011
Verwaltung contra Kultur - Promenadenflohmarkt light

Der Promenadenflohmarkt war bis 2009 ein kulturelles Event, gerade auch für Menschen mit geringem Einkommen, das weit über die Grenzen Münsters ausstrahlte. Dann meinte die Halle Münsterland als Veranstalterin, dass alles neu geordnet werden sollte. Der Flohmarkt wurde, entgegen eines geltenden Ratsbeschlusses, einfach verkleinert. Es wurden Stände per Internet gegen Gebühr vergeben und die Durchführung der Nachtflohmärkte untersagt. Was anderen Städten nur mühsam gelingt, nämlich die Etablierung eines Nachtflohmarktes, wurde einfach abgeschafft.


Darauf hin gründete sich die BI zur Rettung des Promenadenflohmarktes. Gesprächswünsche wurden zunächst blockiert. Kurz vor der Saison 2011 fanden dann doch zwei Gespräche mit der BI statt, in dessen Verlauf Stadtdirektor Hartwig Schultheiß 16000 Unterschriften als erschlichen vom Tisch wischte. Das Ord-nungsamt argumentierte mit überzogenen Sicherheitsanforderungen. Die guten Vorschläge der BI wurden als nicht umsetzbar dargestellt. Dadurch wurden die Kosten des Flohmarktes massiv in die Höhe getrieben. Das Konzept des Promenadenflohmarktes sollte zudem nicht politisch entschieden werden, sondern lag nur zur Kenntnis vor.
DIE LINKE. Ratsfraktion Münster stellte daraufhin den Antrag, den Flohmarkt unter Einbeziehung der Vorschläge der BI, wiederherzustellen. Leider fand dies im Rat keine Mehrheit. Statt dessen hat die große Koalition einen halbherzigen Versuch unternommen, einen Kompromiss zu finden. Zumindest gibt es jetzt wieder ein Areal für Stände ohne Anmeldung. Leider wurde darüber so gut wie gar nicht informiert, so dass es zu großen Unsicherheiten kam. Zwei Nachtflohmärkte soll es in diesem Jahr geben. Jedoch hat sich die Verwaltung auch hier mit der Flutlichtvariante durchgesetzt. Das Flair ist damit natürlich ruiniert. Und es bleibt die Frage, ob ein einmaliges Kulturevent hier nicht systematisch zerstört wird und warum sich Herr Schultheiß so aktiv eingebracht hat.
Iris Toulas

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